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Glanzvoller Schlusspunkt nach hartem Kampf – Aaron Lukas Pompetzki zeigt Größe bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften

Es war der Moment, auf den eine ganze Saison hingearbeitet hatte. Eine Saison voller regionaler Erfolge, überregionaler Bewährungsproben und zweier DM‑Starts in Wattenscheid. Doch nichts davon kam dem gleich, was nun bevorstand: Die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover – der große Showdown der vielseitigsten Athleten des Landes. Mit Platz acht in der deutschen Bestenliste im Gepäck und dem festen Willen, genau diesen Rang zu bestätigen, betrat Aaron die Bühne, auf der sich Mehrkämpfer zu Helden formen.

Die Luft stand schwer über dem Erika‑Fisch‑Stadion, als Aaron die Meisterschaften mit einem soliden 100‑Meter‑Lauf eröffnete. 11,86 Sekunden – ein Auftakt, der ihn direkt in die Nähe seines Zielbereichs brachte. Doch der Mehrkampf ist kein Wunschkonzert, sondern ein Drama mit unvorhersehbaren Wendungen.

Der Starkregen, der das Aufwärmen vor dem anschließenden Weitsprung begleitete, verwandelte die Sprung-Anlage in eine rutschige Falle. Einige Athleten mussten verletzt aufgeben – ein bitteres Szenario, das die Stimmung spürbar veränderte. Aaron kämpfte sich durch, doch 5,79 Meter blieben hinter seinen Erwartungen zurück.

Mit der Kugel fand er wieder Stabilität: 13,00 Meter – ein Statement. Und dann der Hochsprung: 1,56 Meter, persönliche Bestleistung, pure Freude. Der erste Tag endete mit einem Funken Hoffnung. Platz acht war noch greifbar, das Ziel noch lebendig.

Der zweite Tag begann mit einem Paukenschlag. Über 80 Meter Hürden flog Aaron in 11,28 Sekunden über die Bahn – fünftschnellste Zeit, persönliche Bestleistung, ein echtes Ausrufezeichen. Im Stabhochsprung, einer Disziplin, die Aaron erst in diesem Jahr erlernt, zeigte er Nervenstärke und übertraf mit 2,70 Metern das für heute gesetzte Ziel.

Diskus: 36,92 Meter. Kraftvoll, kontrolliert, nah an der Bestleistung. Doch dann der Speerwurf – jene Disziplin, die im Mehrkampf so oft über Platzierungen entscheidet. 30,80 Meter, ein Ausreißer nach unten. Der Rückschlag war spürbar. Platz 15 vor der letzten Disziplin. Das Ziel außer Reichweite.

Doch wer Aaron kennt, weiß: Wenn die Lage schwierig wird, kann er stark. Und heute: überragend.

Die Atmosphäre im Stadion kochte, als die Athleten für die 1.000 Meter an die Linie traten. Aaron stand dort wie jemand, der noch etwas zu sagen hat. Und er sagte es laut.

Vom Start weg setzte er sich an die Spitze, mutig, entschlossen, kompromisslos. Runde um Runde baute er seinen Vorsprung aus, getragen von der Energie des Moments. Als er nach 2:53,44 Minuten die Ziellinie überquerte, war es nicht nur ein Sieg – es war ein Triumph. Start‑Ziel‑Sieg, dritte persönliche Bestleistung des Wochenendes, die bisherige Bestzeit pulverisiert. Ein Finale, das man nicht vergisst.

Sein eigener Vergleich traf es perfekt: „Es war ein wenig wie bei der Tour de France. Die Tour war gelaufen, aber die Schlusseinfahrt nach Paris wollte ich mir nicht nehmen lassen.“

Am Ende steht Platz 12 im Gesamtklassement – ein Ergebnis, das den Kampfgeist, die Entwicklung und die Klasse dieses Athleten widerspiegelt. Aaron hat nicht nur Leistungen gezeigt, sondern Charakter. Nicht nur Punkte gesammelt, sondern Erfahrungen, die ihn weiterbringen werden.

Und die Saison ist noch nicht vorbei: Mit der Nominierung für das Team Hessen wartet in drei Wochen der Verbändekampf gegen Bayern und Württemberg. Ein weiterer Höhepunkt, ein weiterer Start, eine weitere Chance.

Harry Weisskirchen / Veronika Pompetzki
30.08.2026