Hessische Winterwurfmeisterschaften und Wurfmehrkampf
Eine endlose Geschichte
Die Hessischen Winterwurfmeisterschaften mit Wurfmehrkampf (Kugel, Diskus, Speer, Hammer für die Schülerklassen M/W 14/15) in Frankfurt Hahnstraße wurden zu einer endlosen Geschichte.
Gründe dafür: der Winterwurf für alle Klassen und der Wurfmehrkampf wurden zusammengelegt, und ein auf Kante genähter Zeitplan geriet völlig aus den Fugen.
Zur Einstimmung: ab der Klassen M/W 14 gelten neue Wurfgewichte: Kugel 4kg, Hammer 4kg, Speer 600g, Diskus 1kg.
Für Timo Langstrof (M14) vom LSC Bad Nauheim und weiteren 7 Mitstreitern stand das Kugelstoßen als erste Disziplin auf dem Plan. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stieß Timo als Einziger das Gerät über die 9m Marke (9,12m).
Das anschließende Hammerwerfen geriet für Timo und Wurftrainer Wolfgang Scheunemann zu reiner Nervensache. Gegen schwache Wurfleistungen der Konkurrenz gestattete sich Timo zwei Fehlversuche, der Hammer landete außerhalb des Wurfsektors, jeweils in respektabler Entfernung. Der dritte und letzte Versuch mußte es bringen. Mit 24,14m gewann Timo auch diese Disziplin. Ganz nebenbei bedeutet das Ergebnis persönliche Bestleistung und Auslöschen des 35 Jahre alten Kreisrekords (23,62m), aufgestellt 1979 in Hofgeismar von Matthias Schlosser (damalige LG Friedberg).
Nach der Hälfte des Wettkampfs für die M14 entstand eine zweistündige Pause, da mittlerweile der Zeitplan ins Wanken geraten war. Um 16:50 Uhr konnte endlich das Speerwerfen begonnen werden, wobei seitens der Betreuer und Kampfrichter schon erste Zweifel an der Durchführbarkeit des Diskuswurfs als letzter Disziplin anklangen, es wurde nämlich zusehends dunkler.
Auch das Speerwerfen war für Timo eine leichte Beute: gleich im ersten Versuch legte er eine Weite von 32,33m vor, die wieder persönliche BL bedeutete, und an die die Konkurrenten nicht herankamen.
Dann trat das Befürchtete ein: das abschließende Diskuswerfen, das übrigens alle Schüler/innen des Wurfmehrkampfs noch vor sich hatten, mußte wegen Dunkelheit seitens der Wettkampfleitung abgesagt werden.
Eine Neuauflage des Wurfmehrkampfs stand nicht zur Debatte, ebenso wenig eine Fortsetzung am nächsten Tag. Man einigte sich jedoch auf einen Nachholtermin im März, für die unmittelbar Beteiligten eine in jeder Hinsicht unbefriedigende Lösung.
Immerhin kann sich Timo bis dahin zwei Monate lang als ungekürter ¾ Hessenmeister fühlen mit einem knappen Vorsprung von 54 bzw. 58 Punkten auf seine Verfolger David Halt vom TV Trebur und Björn Ehmer vom TV Gelnhausen.
